In einigen Ländern der Welt lockten im 19. Jh. Goldfunde zahlreiche Menschen aus verschiedenen Ländern an, ihrer Heimat den Rücken zu kehren und dem Lockruf des Goldes zu folgen. Für diesen Traum setzten sie alles auf eine Karte. Doch obwohl reichlich Gold in diesen Gegenden vorhanden war, wurden die meisten Goldsucher dabei keineswegs reich.

Der Goldrausch in Kalifornien begann im Januar 1848, als der Mechaniker James Marshall im American River ca. 40 Meilen von Sacramento entfernt Gold auf dem Grundstück des Schweizer Einwanderers Johann August Sutter fand. Sutter war gerade dabei, auf seinem Anwesen namens New Helvetia ein Agrarimperium aufzubauen und beschäftigte dort mehrere hundert Arbeiter. Er versuchte zunächst alles, um den Fund geheim zu halten, aber trotzdem sickerten Informationen durch und im August 1848 berichtete eine New Yorker Zeitung von den Goldfeldern in Kalifornien. Mit dieser Meldung wurde einen wahrer Goldrausch ausgelöst. Die Glücksritter kamen in Scharen und zerstörten das Lebenswerk Sutters. Vergeblich kämpfte er jahrelang gerichtlich um den Anspruch auf seine Ländereien, aber die amerikanische Rechtsprechung benachteiligte Großgrundbesitzer und entschied im Sinne der neuen Siedler. Sutter starb 1880 als armer Mann.

1849 war der Höhepunkt des Kalifornischen Goldrausches. Den meisten Profit machten aber nicht etwa die Goldsucher, sondern Kaufleute, die Ausrüstungsgegenstände zu Wucherpreisen verkauften oder der Jeansfabrikant Levi Strauss, der die Jeans als Arbeiterhose in dieser Zeit erfand. Fernab von der Zivilisation waren sie ohne Konkurrenz. Nach kurzer Zeit kamen die ersten Goldsucher und andere folgten in Scharen aus Mexiko, Chile, China und vor allem aus Europa. Von 1848 bis 1849 kamen rd. 80.000 Goldsucher in die Gegend. Die Stadt San Francisco wuchs 1849 innerhalb kürzester Zeit rasant von 1000 auf 250.000 Einwohner an. Es waren vor allem Händler, Seeleute und Ärzte, die den beschwerlichen Weg in Kauf nahmen. Die Amerikaner unter ihnen konnten den Weg durch die Rocky Mountains und die Prärie nehmen, aber Europäer oder Amerikaner, die an der Ostküste lebten, mussten dafür per Schiff Südamerika umrunden, den Panamakanal gab es noch nicht. Eine solche Schiffsreise dauerte mit einem Dampfschiff ca. 3 Monate, mit einem Segelschiff sogar bis zu 7 Monaten. Die Situation auf den Schiffen katastrophal: überfüllte Decks mit ungesundem Essen und fauligem Wasser und unhygienischen Zuständen, eine totale Strapaze für die Goldsucher.

Für die meisten lohnten sich die Strapazen nicht einmal. Wer Glück hatte und einen dickeren Brocken Gold fand, konnte schnell reich werden, aber für das Gros der Goldsucher lohnte sich der Aufwand nicht. Die Fundplätze waren meistens schnell ausgeschöpft, dann zogen die Goldsucher weiter und hinterließen menschenleere Geisterstädte. Selbst wenn man Glück hatte, konnte sich nicht lange daran erfreuen, denn der Reichtum wurde durch das teure Leben in den Goldgräberstädten wieder aufgebraucht. Das Lagerleben in schlechten hygienischen Zuständen führte zu Seuchen und der ständige Konkurrenzkampf zog blutige Auseinandersetzungen nach sich.

Der Goldrausch in Kalifornieren war nur eine kurze Zeitspanne von ca. 4 Jahren. Danach lohnte es sich schon nicht mehr, das Gold per Hand, mit Goldwaschpfanne bewaffnet, zu suchen. Später wurde Gold in Colorado gefunden und um die Jahrhundertwende in Alaska am Klondike und Yukon.

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