Die Unze ist ein Handelsgewicht, das seinen Ursprung schon in der Antike hat. Ihre Bedeutung hat sich aus dem lateinischen Begriff „Uncia“ herausgebildet, das so viel heißt wie „Der zwölfte Teil“. Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich im römischen Handelsraum ein später auch allgemeingültiges Duodezimalsystem, also ein Rechensystem mit einer Zwölfteilung – Heute nutzen wir jedoch das Zehnersystem, das metrischen Angaben entspricht. Die Unze hingegen kam der Rechenweise in Zwölferschritten entgegen, denn das erleichterte die Bruchrechnung, die auf der Hälfte, dem Viertel und dem Drittel eines Ganzen basierte und so dem Gewicht einer Unze entgegenkam. Genau 576 Weizenkörnern, bezeichnet mit dem Begriff Grän, entsprachen die Unzen der Römer. Für das Gegengewicht der Weizenkörner entschied man sich durch deren konstantes Gewicht, das als Grundlage für die Berechnungen dienen konnte.

Die Bedeutung der Unze in der Gegenwart

Der europäische Wirtschaftsraum hat die Nutzung der Unze als Gewichtsmaß gänzlich verdrängt und diese sogar offiziell als nichtig erklärt. Obgleich sie nicht mehr genutzt werden darf, liegen ihre feste Größen zugrunde. So entspricht eine Unze in Gramm einem Gewicht von 28.349523125 und wird mit der Bezeichnung oz versehen. Eine Feinunze in Gramm hingegen, die ein Gewicht von 31,1034768 Gramm hat, wird als oz.tr gekennzeichnet. Weiterhin kennt man noch die englische und amerikanische Flüssigunze, die sich um wenige Milliliter unterscheidet. Der internationale Gold- und Geldhandel rechnet nach wie vor den Goldpreis im Gewicht der Feinunze in Gramm an, die zu einem Dollar-Gegenwert ausgegeben wird.

Obgleich hierzulande die Unze kaum noch bei der Geldberechnung zum Tragen kommt –außer bei der Feststellung des aktuellen Goldpreises – hat die Unze in Gramm in anderen Ländern, vor allem aber in den englischsprachigen Gebieten genutzt und bestimmt dort den Teilwert bestimmter Münzen, die im Gewicht einer ganzen Unze oder als Teilunze von 1/10, ½ oder ¼ in Gebrauch ist. Auch zur Bestimmung von Volumina, Parfüms und anderen Flüssigkeiten ist sie als Mengenangabe gebräuchlich.

Bedeutung der Unze bei Münzen und Barren

Die für die Gewichtung von Metall auf dem Weltmarkt genutzte Feinunze entspricht einem Gewicht von 31,103 Gramm. Doch Münzen sind aufgrund verschiedener Legierungen noch immer unterschiedlich schwer. Nur Münzen, deren Gehalt auf 999/1000 enthalten, entsprechen dem vorgegebenen Feinunzenmaß und wiegen somit auch 31,103 Gramm. Der Inhaltsstoff des Edelmetalls ist dabei unerheblich. Trotzdem ist der Erwerb von Edelmetallen im Hinblick auf Gold für den Erwerber günstiger, denn andere Münz-Metalle wie Palladium, Silber oder Platin unterliegen in Deutschland der Umsatzsteuer.

Auch Gold und andere Edelmetallbarren werden alternativ als Geldanlage erworben und veräußert. Erst ein Feinheitsgehalt von min. 995/1000 Unzen macht sie umsatzsteuerfrei. Im kleinsten Gebinde von 1 Gramm werden Barren zum Kauf angeboten. Wenn sie jedoch dem Standard-Goldpreis zu Grunde liegen, dann müssen sie mindestens 12,5 Kilogramm auf die Waage bringen. Als Währung jedoch sind Goldbarren unerheblich, anders als es bei Münzen aus Edelmetallen der Fall ist. Sie dienen allein zur Wertstellung und zum An-und Verkauf.