Löffel aus Silber gehören seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Sammelobjekten. Löffel aus Echtsilber gibt es in 800er, 835er, 900er und 925er Silber. Letzteres ist das sogenannte Sterlingsilber. Um eine Sammlung zu haben, braucht es eine Spezialisierung.

Silberlöffel sammeln nach Dekor

silberloeffelAm bekanntesten sind hier die Moccalöffel mit Städtewappen oder die Hildesheimer Rose Löffel. Beide Silberlöffel Varianten gehören zu den Antiksilberwaren. Diese sind meist nicht wirklich antik, sondern erhalten durch eine spezielle Schwärzung der Mustervertiefungen ihr antikes Aussehen. Das Verfahren ist ähnlich wie beim Tulasilber, jedoch sind Antiksilberwaren dreidimensional ausgeformt, während Tulasilber-Löffel flach sind und nur die eingravierten Vertiefungen mit schwarzem Lack gefüllt werden. Antiksilberwaren wurden bis in die 60er Jahre mit viel Handarbeit in unvorstellbaren Mengen hergestellt und gekauft, sodass die Anzahl der verschiedenen Ausführungen fast unüberschaubar ist. Zu beiden Mustern gibt es mittlerweile entsprechende Literatur, die beim Sammeln und Ordnen hilft. Von den Rosenlöffeln gibt es ganze Kaffeebestecke, zu denen mit gleicher Rose Kaffeelöffel, Teelöffel, Sahnelöffel, Sieblöffel oder Streulöffel für Zucker, Eislöffel usw. existieren.

Silberlöffel Preise (Richtwerte)

Gegenstand / Gewicht Feinheit Ankaufspreis (+) Ankaufspreis (-)
Esslöffel / 100g 925 Silber 29,40 € unter 26,80 €
Teelöffel / 50g 800 Silber 12,70 € unter 11,60 €
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Beim Verkauf von Silberlöffeln ist Vorsicht geboten. Die Preise unterscheiden sich bei den verschiedenen Anbietern stark.

Zur gleichen Gattung der Historismus Löffel gehören die Apostel Löffel. Von diesen gibt es Sets, bei denen jeweils einer der 12 Apostel am Stielende plastisch dargestellt wird, während die kleine Laffe sie als Kaffee-, Zucker- oder Teelöffel ausweist. Gelegentlich tauchen auch größere Exemplare auf, deren Laffen rund und graviert sind und die eine große Aposteldarstellung am Stielende haben. Diese gehören zu den Prunklöffeln und haben oft zusätzlich einen reichlich durchbrochenen und dekorierten Stiel. Diese Bonbonlöffel oder Prunklöffel sind älter und wurden früher gerne als Tauflöffel verschenkt. Ganz alte Löffel dieser Art werden als Almosenlöffel bezeichnet, weil mit ihnen den Bettelnden ein Löffel voll Almosenspeisung verabreicht wurde. Ähnliche geformte Exemplare neuerer Zeit sind die Figurenlöffel, bei denen am Stielende eine Persönlichkeit oder andere Figuren dargestellt sind. Neben Feldherren gibt es Löffel mit Holländerkindern, Fischern, den Drachen tötenden St. Georg zu Pferde, Märchenfiguren usw.

Silberlöffel sammeln nach Hersteller

wappenloeffel3Seit frühester Zeit kennzeichnen die Silberschmiede ihre handgeschmiedeten Löffel. Diese Herstellerkennzeichnung nennt man Punze. Jeder Hersteller hatte seine eigene, meist eine Bildmarke. Diese wurde zusammen mit der Silbergehaltspunze sichtbar eingeschlagen. Bis 1880 galten zweistellige Lötigkeitszahlen, beispielsweise 12L für einen Silbergehalt von 750/1000. Aus dieser frühen Zeit stammen die handgeschmiedeten Rattenschwanz Löffel. Sie werden so genannt, weil unter der Löffellaffe eine schmale lange, eben rattenschwanzähnliche, Erhebung verläuft.

Man kann nun diese antiken handgeschmiedeten Silberlöffel nach ihren Herstellern sammeln und dabei noch regional eingrenzen, in dem man Besteckteile aus einzelnen Städten zusammenträgt. Sowohl über diese antiken Besteckteile als auch über die Silberpunzen existiert ausgiebig Sammlerliteratur.

Silberlöffel sammeln nach Verwendungsart

Natürlich kann man auch neuzeitliche Silberlöffel nach Herstellern in einer Kollektion zusammenfassen. Man kann beispielsweise von einem Hersteller alle Muster zu sammeln. Wem es zu kostspielig ist, so lange zu sammeln, bis das komplette Besteckset jeden Musters vorliegt, kann alternativ auch Silberlöffel mit besonderen Laffen sammeln. Preiswert wäre eine Sammlung von je einem winzigen Gewürzlöffel aus Sterlingsilber, teurer dagegen eine Kollektion der Esslöffel, Suppenlöffel oder gar der noch schwereren Schöpflöffel.

Eine Sonderform ist der Fischlöffel, der eigentlich ein Fischheber ist. Diesen speziellen Vorlegelöffel gibt es schon sehr lange. Meist ist der Stiel aus Silber, Elfenbein oder Perlmutt und die Heberlaffe ist oft mit einem Fisch dekoriert. Viele andere Spezialformen, die bis heute von den Besteckherstellern produziert werden, sind wesentlich jünger. Der Kinderlöffel beispielsweise, dessen Laffe rechtwinklig vom Stiel abgebogen ist, soll das selbstständige Essen des Kleinkindes erleichtern und stammt aus den 50er Jahren. Unter der Bezeichnung Gourmet Suppenlöffel kam in den letzten Jahren ein tiefer Löffel in Mode, der durch den rückwärts abgebogenen Stiel gerade stehen kann. Darin werden auf Buffets kleine Portionen flüssiger Speisen serviert, sogenanntes Fingerfood.