Zu jedem Besteckmuster gibt es auch passende Vorlegebestecke. So werden die Besteckteile genannt, die zum Servieren dienen. Von Echtsilber spricht man, wenn das Vorlegebesteck aus 800er, 835er, 900er und 925er Silber gearbeitet ist. Sterlingsilber ist dabei die teuerste Ausführung. Es gibt beim Vorlegebesteck aus Silber standardmäßig eine Reihe von Servierteilen, auf die man nicht verzichten kann, sowie heute fast unbekannte. Da Sammler immer wieder mit solchen Besteckteilen konfrontiert werden, folgt eine Aufstellung der gängigen sowie der weniger bekannten Vorlegeteile.

Das Standard Vorlegebesteck aus Silber

servierbesteckWill man das Essen nicht wie im Restaurant direkt auf den Teller servieren, ist Vorlegebesteck unbedingt nötig. Zum Herausheben der Speisen aus den Schüsseln sollten mindestens zwei Gemüselöffel und ein Kartoffellöffel vorhanden sein. Den Unterschied sieht man an der Form. Während der Gemüselöffel wie ein übergroßer Suppenlöffel aussieht, ist der Kartoffellöffel fast rund. Weiterhin gibt es den Reislöffel, der vorne breiter ausläuft als am Stiel. Zum Servieren von Fleisch oder Aufschnitt wird eine zweizinkige Aufschnittgabel benutzt. Dazu kommt ein Soßenschöpflöffel, auch Soßenkelle genannt. Wer gerne Suppen serviert, braucht auch noch eine Suppenkelle mit langem Stiel.

Vorlegebesteck Preise (Richtwerte)

Gegenstand / Gewicht Feinheit Ankaufspreis (+) Ankaufspreis (-)
Vorlegebesteck / 85g 925 Silber 25,00 € unter 22,80 €
Besteck-SEt / 900g 800 Silber 228,60 € unter 208,50 €
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Der Verkauf von altem Vorlegebesteck kann sich rentieren – so kann von dem Geld neues und modernes Besteck gekauft werden.

Für kalte Speisen und Desserts gehören zum Standard Vorlegebesteck aus Silber das Buttermesser und Käsemesser sowie die Tortenschaufel, Gebäckzange, Sahnelöffel und Zuckerlöffel oder Zuckerzange.

Zusätzlich nützliche Vorlegebestecke

Für feine Essen sollte noch ein Bratenbesteck angeschafft werden. Damit kann ein großes Bratenstück am Tisch zerteilt und serviert werden. Die Liebhaber von Salaten brauchen auch ein Salatbesteck. Für Spargel gibt es einen Spargelheber, mit dem die einzelnen Spargelstangen gut serviert werden können. Da Vorlegebesteck aus Silber bei Fisch problematisch ist, wird von der Fischserviergabel und dem Fischheber nur der Griff aus Silber oder Sterlingsilber sein. Luxuriös ist auch eine Geflügelschere mit Silbergriffen.

Servierteile, die heute selten sind

tortenheberEin Standard-Set früherer Zeiten war der Eisschaber mit Eislöffeln. Mit dem sichelförmigen Servierteil konnte man das hausgemachte Eis aus der runden Schüssel schaben. Zum antiken Tranchierbesteck gehört ein silberner Knochenhalter, in dem man den Keulenknochen mit einer Schraube fixieren konnte. Für Fruchtdesserts gab es spezielles Vorlegebesteck aus Silber, wie den Melonenlöffel oder den Apfelsinenschäler. Letzterer sah aus wie ein Buttermesser mit Widerhaken, der zum Einritzen der Orangenschale benutzt wurde. Als Bowlenkelle oder Punschlöffel wurde ein großer Schöpflöffel mit zierlicher Kelle bezeichnet. Runde Königinpastetchen servierte die Hausfrau mit dem runden Pastetenheber. Der Sardinenheber ist so groß wie ein Kaffeelöffel und hat vorne eine Fläche, die mit länglichen Durchbrüchen versehen ist. Damit hob man die Sardinen aus der Dose und die Marinade konnte abtropfen. Das Teesieb und das Tee-Ei werden heute noch hergestellt. Weniger bekannt ist der Tee-Ei-Löffel, bei dem die Löffellaffe mit einem perforierten Deckelchen verschlossen werden kann. Den mit losem Tee gefüllten Tee-Ei-Löffel stellt man dann in die Tasse.

Mit ein wenig Fantasie lässt sich so manches vorhandene antike Vorlegebesteck auch heute noch gut einsetzen. Nirgends steht geschrieben, dass man mit dem Sardinenheber nicht auch Sushi servieren darf. Und der Pastetenheber hat genau die richtige Form für gebackenen Camembert. Eine gute Möglichkeit, seine Sammlung auch zu benutzen.