Kerzenleuchter aus Silber sind ein attraktives Sammelobjekt, weil man sie in der Wohnung besonders schön präsentieren kann. Man unterscheidet Echtsilber oder versilberte Dornleuchter und Tüllenleuchter. Dornleuchter halten eine meist dicke Kerze durch einen spitzen Dorn auf dem Kerzenteller. Kerzenständer aus Silber mit Vertiefungen zum Einstecken schmaler Kerzen heißen Tüllenleuchter.

Kerzenleuchter Preise (Richtwerte)

Gegenstand / Gewicht Feinheit Ankaufspreis (+) Ankaufspreis (-)
Kerzenleuchter / 125g 925 Silber 36,70 € unter 33,50 €
Kerzenleuchter 5-Fach/ 495g 800 Silber 125,80 € unter 114,70 €
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Der Verkauf von Kerzenleuchtern kann ein lukratives Geschäft sein. Nicht nur das Material auch verzieren oder andere Verschönerungen können den Ankaufswert steigern.

Verschiedene Kerzenleuchter Formen für unterschiedlichen Gebrauch

kerzenstaenderFlache einflammige Kerzenteller, die einen Haltering haben, dienten als tragbares Licht und wurden oft auf dem Nachttisch benutzt. Auf Kaminkonsolen standen früher zwei Kerzenständer mit je einer Kerze zur Beleuchtung, die eine Uhr flankierten. Für Esstisch und Anrichte waren zwei-, drei und fünflichtige Silberleuchter gedacht. Es gibt variable Kerzenhalter, deren hoher schwerer Schaft in einer Tülle endet, in die man eine Etage mit Leuchterarmen einstecken kann, um so bei Bedarf den einlichtigen Kerzenhalter in einen mehrarmigen Kandelaber zu verwandeln. Für den religiösen Gebrauch wurden große massive Ständer für Altarkerzen hergestellt. Eine Sonderform sind die achtarmigen Chanukkaleuchter, die zum jüdischen Chanukkafest benutzt werden. Neben den häufig paarweise auftretenden Leuchtern und Kandelabern gibt es auch solche, die an der Wand befestigt wurden. Diese Blaker haben an der Wand einen silbernen Spiegel, der die Tapete vor Hitze und Ruß schützt und das Licht vervielfältigt. Silberleuchter aus Hanau sind in der Regel aus 800/1000 Silber, die aus Pforzheim und Schwäbisch Gmünd aus 835 Silber und moderne sowie englische und amerikanische überwiegend aus 925/1000 = Sterlingsilber. All diese kostbaren Kerzenleuchter aus Silber bieten vielfältige Sammelmöglichkeiten. Sammler können sich auf silberne Leuchter diverser Stilepochen spezialisieren oder sie sammeln verschiedene Leuchterformen von einer einzigen Stilart. Sehr schön wirken die Sammlerstücke in stilechter Umgebung auf passenden Möbeln ihrer Zeit.

Barock Kerzenleuchter

Das Barock umfasst in der Kunst eine lange Zeit, beginnend im ausgehenden 17. Jahrhundert und endend in den ersten Dekaden des 18. Jahrhunderts. Die Kerzenständer aus Silber dieser Stilrichtung haben so vielfältige Formen wie die einzelnen sich während dieser Epoche entwickelten Stilrichtungen. Meist wirken die barocken Silberleuchter schwer und wuchtig. Dominierend sind die Akanthusblätter als Dekor, jene gezackten geschwungenen Blätter, die schon auf antiken Säulenkapitellen als Zierde dienten. Die Verzierungen sind ornamental und symmetrisch. Figuren an gegossenen Leuchtern sind oft wenig detailliert und grob ausgebildet. Eine Sonderform des Kerzenhalters ist die mit geschliffenem Kristallbehang dekorierte mehrarmige Girandole aus Silber. Durch die geschliffenen Glasprismen wird das Licht der Kerzen vervielfältigt. Besonders im Spätbarock waren die Rocaille Dekorationen sehr beliebt und die Verzierungen ziehen sich mit fließenden Bewegungen vom Leuchterfuß über den Schaft bis in die Arme. Für die Bestimmung echter Barock-Silberleuchter sind besondere Kenntnisse der Silberschmiede-Punzierungen nötig. Deutsche Leuchter dieser Zeit tragen noch die alte, zweistellige Lot-Bezeichnung, während englische Kerzenhalter schon früher in Sterlingsilber gefertigt wurden. Das klassische Barockmuster ist allerdings auch eine neutral elegante zwei-, drei- oder fünflichtige Kerzenleuchterform, die bis in die 70er Jahre von zeitgenössischen Silberwarenherstellern versilbert oder in Sterlingsilber produziert wurde.

kerzenleuchter

Kerzenleuchter aus Silber

Empire Kerzenleuchter

Während des Klassizismus löste das Empire den Biedermeierstil ab. Das Empire dauerte von etwa 1795 bis 1830. Während dieser Zeit hielt Napoleon mit seinen Feldzügen die Welt in Atem und das spiegelte sich durch reichliche Verwendung von antiken Dekorelementen auch in den Silberwaren wider. Die einlichtigen oder mehrarmigen Kerzenständer aus Silber ruhen oft auf Löwen, Sphinxen oder Greifen, während die Ständer meist in Form kannelierter antiker Säulen mit Akanthus- oder Palmettenkapitellen gehalten sind. Gerne wurde auch Ebenholz als Leuchterschaft mit silbernem Fuß und silbernen Leuchterarmen zusammen verarbeitet, manchmal wurden die silbernen Zierelemente auch vergoldet.

Jugendstil Kerzenleuchter

Der Jugendstil entwickelte zwischen 1885 bis Anfang des 20. Jahrhunderts zum 1. Weltkrieg ganz eigene Formen. Anmutig fließende Linien in Form von Haaren und Gewändern, aber auch pflanzlicher Ranken geben dem Jugendstil sein typisches Erscheinungsbild. Jugendstil-Leuchter nehmen diese organischen Dekorelemente auf. Häufig sind sie figürlich ausgebildet. Alternativ dazu gibt es die strenger wirkenden Kerzenhalter von bekannten Jugendstilkünstlern, wie van der Velde. Bekannt ist auch der Darmstädter Jugendstil, zu dem Kerzenleuchter aus Silber von Joseph Maria Olbrich oder Peter Behrens gehören. Solche Silberwaren zeichnen sich durch schwungvoll ineinander verschlungene Dekorbänder aus, die geraden undekorierten Körpern entspringen. Auch wurden oft Halbedelsteine in die Fassungen integriert.

Art déco Kerzenleuchter

Der Jugendstil ging 1920 in das Zeitalter des Art déco über. Hier wurden die Linien strenger, geometrischer und die Dekorationen eckiger. Es ist die große Zeit der Bauhaus Schule und der Wiener Werkstätten. Kerzenständer aus Silber wurden im Art déco Stil gerne mit neuartigen Materialien kombiniert. Neben den kostbaren Edelmetallen wurde auch Ebenholz, Elfenbein, Bernstein oder das Kunstharz Bakelit verarbeitet. Auch die Silberpunzen sind im Stil der Epoche gehalten. Kerzenleuchter aus dem Art déco sind häufig mit einer rechteckig oder rund gerahmten Herstellerpunze gekennzeichnet, in der die Künstlermonogramme ligiert angeordnet sind. Im Verlauf des späten Art déco entstanden besonders in Schwäbisch Gmünd niedrige Tischleuchter mit reihenförmig angeordneten Tüllen, die als Schaft eine Kugel haben.

Moderne Kerzenleuchter

kerzenleuchter2Kerzenleuchter aus Silber werden nie aus der Mode kommen. Deshalb werden auch heute noch moderne Kerzenständer von verschiedenen Silberwarenherstellern in allen Stilrichtungen produziert. Die Antiksilberwarenmanufakturen stellten welche nach klassizistischem, barockem und Rokoko-Vorbild her. Die führenden Silberbesteckhersteller bieten zu ihren Besteckmustern auch passende Kerzenhalter und Kandelaber an. Sehr elegant und modern wirken auch die Materialkombinationen von Bleikristall als Leuchterschaft und Silber für Fuß, Arme und Tüllen. Zu den modernen Tischaccessoires mit Kerzen gehören inzwischen auch kleine flache Gefäße, die mit einem Teelicht betrieben werden. Echtsilber Kerzenhalter aus deutscher Produktion sind mit Halbmond und Krone punziert und ab 1880 je nach Feingehaltsmarke mit einer 800er, 835er, 900er und 925er Silber Marke gekennzeichnet. Beliebt in England ist das sogenannte Sterlingsilber mit 925/1000 Feinsilberanteil.

Wer Kerzenständer aus Silber sammelt, muss sich parallel zum Silberpreis auf hohe Anschaffungskosten gefasst machen. Jedoch stellen Leuchter aus Silber im Gegensatz zu versilberten auch eine gute Möglichkeit der Geldanlage dar, weil sie schon vom Material her einen bleibenden Wert darstellen. Besonders gut erhaltene antike Exemplare in typischer Ausformung können ihren Materialwert noch deutlich übersteigen. Sie werden immer seltener, da viele während der vergangenen Jahrhunderte in Notzeiten eingeschmolzen wurden. Ganz prächtig wirken diese Kerzenhalter beispielsweise paarweise in Kombination mit einer passenden Kaminuhr. Antike und moderne Kerzenständer aus Silber findet man in einer Vielzahl im Internet und bei Juwelieren. Eine weitere günstige Erwerbsquelle sind Wohnungsauflösungen und Kunstauktionen. Alte Auktionskataloge sowie Museums- und Schlossführer bieten neben einschlägiger Sammlerliteratur Hilfe bei der Bestimmung der Sammelobjekte.