Silber ist ein chemisches Element und ein Edelmetall, welches selten in der Natur vorkommt und daher wertvoll ist. Das chemische Elementsymbol lautet Ag, abgeleitet vom lateinischen Wort für Silber, argentum. Im Periodensystem hat Silber die Ordnungszahl 47 und steht zwischen Kupfer und Gold, denen es physikalisch und chemisch ähnelt. Das Edelmetall kann in der Erdoberfläche in Form von Kristallen, Locken, Aggregaten, Legierungen, Silbererzen sowie silberhaltigen Erzen gefunden werden und wird aufgrund seiner Vielzahl von Eigenschaften seit Jahrtausenden von Menschen genutzt.

Die Chemischen und physikalischen Eigenschaften von Silber

Name Silber
Symbol Ag
Ordnungszahl 47
Molmasse 107,87 g mol -1
Elektronegativität nach Pauling 1,9
Dichte bei 20ºC 10,5 g cm-3
Schmelzpunkt 962 °C
Siedepunkt 2212 °C

Eigenschaften von Silber

Silber ist weich und dehnbar, es lässt sich daher in fast beliebige Formen bringen. Im Vergleich mit anderen Metallen weist es die beste thermische und elektrische Leitfähigkeit auf und reflektiert das meiste Licht, ist also stark glänzend. Es oxidiert allerdings nach einiger Zeit durch den in der Luft bzw. auf der Haut vorhandenen Schwefelwasserstoff, der zusammen mit dem Luftsauerstoff Silbersulfid bildet, welches schwärzlich erscheint.

Das Edelmetall Silber ist schwach toxisch und wirkt daher antibakteriell und antimykotisch, wenn es in feiner, kolloidaler Form oder als Beschichtung eingesetzt wird. Eine orale Einnahme kann beim Menschen zu einer Vergiftung führen.

Silber-Vorkommen und Gewinnung

silbernuggetViele Silberlagerstätten entstehen durch wässrige Lösungen, die in Felsspalten eindringen und durch den Einfluss hoher Temperatur Erze abscheiden. Diese metallhaltigen Mineralgemische können das Edelmetall Silber enthalten und bis zu mehrere Meter starke Schichten bilden, die durch tektonische Prozesse unterschiedliche tief im Untergrund liegen. Grundsätzlich wird Silber auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Arktis und Antarktis abgebaut. Die bedeutendsten Vorkommen befinden sich in Peru, Mexiko und China, dort werden die mit Abstand höchsten Mengen des Edelmetalls gefördert. Ebenfalls ergiebige Lagerstätten befinden sich in Chile, Australien, Russland, Bolivien, USA, Polen und Kanada. Auch in Deutschland gab und gibt es Silbervorkommen, vor allem im Erzgebirge, im Harz und im Schwarzwald.

Die Gewinnung des wertvollen Materials erfolgt durch den Abbau des silberhaltigen Erzes und der anschließenden Abscheidung des Edelmetalls von dem Trägermineral. Der Erzabbau findet meist unter Tage statt. Es gibt verschiedene Verfahren zur Aufbereitung und Abscheidung des Silbers. Bei der Verhüttung von silberhaltigen Erzen kann das wertvolle Material durch Cyanidlauge gelöst und anschließend ausgefällt werden. Bei der Abscheidung von silberhaltigen Bleierzen wird das unterschiedliche Schmelzverhalten von Blei und Silber ausgenutzt. Sehr hochwertige Silbererze können direkt geschmolzen werden. Reine Silbererze können der Erzamalgamation unterzogen werden, bei der die Metalle mit Quecksilber aufgelöst werden. Das bei allen Verfahren gewonnene Rohsilber wird meist im Möbius-Verfahren elektrolytisch gereinigt, um sehr reines Feinsilber zu erhalten, welches dann weiterverarbeitet werden kann.

Um Ressourcen zu schonen, können Schrott, alte Batterien, Fotoplatten oder Silberbesteck so aufbereitet werden, dass das enthaltene Altsilber wiederverwendet werden kann.

Verwendung von Silber

silbermuenzenverwendungDie älteste Verwendung von Silber ist die als Zahlungsmittel in Form von Münzen aus Silber. Heute werden Silbermünzen in Deutschland nur noch zu Gedenk-, Sammlungs- und Wertanlagezwecken aufgelegt, nicht jedoch als Zahlungsmittel. Silbermünzen, Silberbarren oder Silberschmuck als Geldanlage sind besonders in Krisenzeiten gefragt, da die Silbervorräte der Erde endlich sind und sich das Edelmetall als wertstabil erwiesen hat.

Wegen seines Glanzes und seiner guten Formbarkeit wird das Edelmetall Silber häufig als Schmuck in Form von Ketten, Ohrringen, Armbändern und Ringen verarbeitet. Das klassische Tafelsilber sowie silberne Trinkgefäße haben ebenfalls eine lange Tradition. Heute werden Gebrauchsgegenstände oft nur silberplattiert, indem günstige Metalle wie Kupfer oder Nickelsilber elektrochemisch mit einer dünnen Silberschicht überzogen werden. Ein technischer Verwendungsbereich für das Element ist die Fotografie, Silberverbindungen bilden dabei die lichtempfindliche Schicht für Foto- und Filmpapier. Weitere technische Anwendungsbereiche sind elektrische Kontakte, Elektroden, Batterien und leitfähige Pasten. Die Chemie- und Kosmetikindustrie nutzt die Eigenschaft von Silber in Salben, Deodorants und Medikamenten. Auch Gegenstände wie Messer, Wasserfilter oder Kühlschränke können mit silberhaltigen Beschichtungen behandelt werden, um ihnen antibakterielle Eigenschaften zu verleihen. Außerdem eignet sich das Edelmetall Silber für orthopädische Nägel, Implantate, Gelenke sowie zahntechnische Anwendungen. Silber-Nanopartikel werden bereits in der Medizin und in der Farben- und Lackindustrie eingesetzt, sie sind für die Anwendung bei Alltagsprodukten jedoch noch umstritten.

Silber-Legierungen

Die Eigenschaften von Silber können verbessert werden, indem es legiert wird, so kann es z. B. je nach Zusatz härter, dehnbarer oder anlaufbeständiger gemacht werden. Geeignete und häufig zur Legierung verwendete Metalle sind Kupfer, Zink, Platin, Gold, Germanium und Palladium. Neben dem verwendeten Material besteht ein weiterer Unterschied zwischen verschiedenen Arten von Silberlegierungen in dem Anteil von Silber am Gesamtgewicht, der als Feingehalt bezeichnet wird. So bedeutet ein Feingehalt von 800, dass in der Legierung 800 von insgesamt 1000 Teilen aus Silber bestehen, bzw. 80 %. Andere gängige Legierungen sind 835, 925 und 935, wobei der Wert der Legierung mit dem Silbergehalt steigt. 925er Sterling-Silber ist eine bekannte Legierung, die oft in der Schmuckherstellung Anwendung findet. Dieses Material besteht aus genau 92,5 % Silber und 7,5 % Kupfer oder einem anderen Metall.

Geschichtliche Informationen zum Thema Silber

silberwandtellerDas Edelmetall Silber ist den Menschen schon seit der Jungsteinzeit bekannt. Erste Funde von silbernen Artefakten stammen aus der Zeit von 3000-2000 v. Chr. In der Antike hatte das Element in vielen Kulturen eine hohe Bedeutung als Zahlungsmittel, für die Herstellung von Gefäßen, Spiegeln, Schmuck und als Zierde für die verschiedensten Gegenstände. Die Silbervorkommen in Deutschland wurden stellenweise schon in der Steinzeit entdeckt und genutzt. Der systematische Abbau begann im frühen Mittelalter und brachte Städten wie Freiberg oder Annaberg Bekanntheit und Wohlstand, führte aber auch zu Ausbeutung und Umweltzerstörung. Das dort gefundene Edelmetall wurde zu einem großen Teil zu Kirchenschätzen verarbeitet oder finanzierte den Bau von Kirchen. Nach 1492 eröffneten Spanier in Mexiko und Südamerika ertragreiche Silberminen und importierten große Mengen, die die Nachfrage nach europäischem Silber minderten. Nach der Erfindung des rostfreien Edelstahls im 20. Jahrhundert verlor das Edelmetall für die Verwendung in Alltagsgegenständen zunächst an Bedeutung, heute wird es aber in neuen, technischen und innovativen Bereichen eingesetzt, sodass es wieder sehr gefragt ist.

Besonderheiten von Silber

Zu den besonderen Eigenschaften von Silber gehört die Möglichkeit zur Erzeugung von Regen oder Hagel mittels Silberjodid. Das Silberjodid wird mit Aceton gemischt und bildet Kondensationskerne, nachdem es mit Raketen oder Flugzeugen in die Atmosphäre eingebracht wurde. An diesen Kondensationskernen bilden sich dann Regentropfen bzw. Hagelkörner und die Wolken entleeren sich anschließend gezielt über einer gewünschten Region.