Das Edelmetall Palladium ist ein seltenes chemisches Element, welches zu den Übergangsmetallen gehört. Im Periodensystem wird es durch das Symbol Pd repräsentiert und hat hier die Ordnungszahl 46. Unter den Metallen gehört Palladium zu den Platinmetallen und wird als solches unter anderem auch für Schmuck immer wieder gern verwendet.

Die Chemischen und physikalischen Eigenschaften von Palladium

Name Palladium
Symbol Pd
Ordnungszahl 46
Molmasse 106,42 g mol -1
Elektronegativität nach Pauling 2,2
Dichte bei 20ºC 12 g cm-3
Schmelzpunkt 1554 °C
Siedepunkt 3140 ºC

Eigenschaften von Palladium

Bei den Eigenschaften von Palladium muss zwischen den chemischen und den physikalischen Eigenschaften des Edelmetalls unterschieden werden. Als Metall ist das Edelmetall Palladium in der sogenannten Nickelgruppe das zweite Metall. Für seine physikalischen Eigenschaften bedeutet dies, dass Palladium einen sehr niedrigen Schmelzpunkt, im Vergleich zu den restlichen Metallen der Nickelgruppe sogar den niedrigsten, hat. Zudem ist das Edelmetall sehr reaktionsfreudig, bleibt jedoch bei normaler Zimmertemperatur in seinem gewohnten Zustand. Erst bei etwa 400°C läuft das Metall blau an, was aus der Bildung einer Oxidschicht resultiert, welche aus Palladium(II)-oxid besteht. Bei rund 800°C scheint sich dieser Prozess jedoch wieder umzukehren. Die Oxidschicht wird zersetzt und das Edelmetall nimmt wieder seinen gewohnten, metallischen Glanz an.

Die chemischen Eigenschaften von Palladium sind ähnlich vielseitig. Es ist zwar eng mit Platin verwandt, im Vergleich hierzu jedoch deutlich reaktionsfreudiger. Palladium zersetzt sich beispielsweise in Salpetersäure und bildet dabei ein weiteres chemisches Element: Palladium(II)-nitrat. Doch das Edelmetall löst sich auch in konzentrierter, heißer Schwefelsäure und sogenanntem Königswasser. Letzteres ist eine Mischung aus Salpeter- und Salzsäure in einem Mischverhältnis von 1:3. Unabhängig davon hat Palladium zudem eine sehr hohe Absorptionsfähigkeit des Elementes Wasserstoff. Thomas Graham hat bereits im Jahre 1869 entdeckt, dass das Edelmetall sogar die höchste Absorptionsfähigkeit für dieses chemische Element besitzt. Schon bei einer normalen Raumtemperatur kann Palladium das 900-fache des eigenen Volumens an Wasserstoff aufnehmen.

Palladium Vorkommen und Gewinnung

Natürliche Palladium Vorkommen, wie sie im Ural, in Australien, Äthiopien, in Nord- und auch in Südamerika, existieren, sind bereits fast völlig ausgebeutet. Aus diesem Grund hat man begonnen das Edelmetall aus Kupfer- und Nickelerzen zu gewinnen. Fast 40% der gesamten Fördermenge kommt dabei aus Russland. Doch auch im Alltag kann aus der Altwagenentsorgung eine gewisse Menge an Palladium recycelt werden.

Verwendung von Palladium

palladiumDie Verwendung von Palladium ist sehr breit gefächert und erstreckt sich damit auf verschiedenste Wirtschaftszweige. Als Edelmetall ist Palladium insbesondere in der Schmuck und Geld Industrie stark gefragt. Es kann beispielsweise zu Ringen, Ohrringen, Ketten und mehr verarbeitet werden. Vor allem im asiatischen Raum wird das Edelmetall Palladium gern für diese Dinge verwendet. Da es bei normalen Temperaturen nicht mit Sauerstoff reagiert, ist das Metall eine hervorragende Wahl für verschiedenste Schmuckstücke. Es läuft nicht an und begeistert durch seinen metallischen Glanz.

Doch die Schmuckindustrie ist keinesfalls der Wirtschaftszweig mit dem größten Palladium Anteil. Dies ist die Elektroindustrie, die Palladium in vielerlei Hinsicht verwendet. Es wird dabei in einer Palladium-Nickel-Verbindung verwendet, welche Gold ersetzen soll. Im Vordergrund stehen dabei vor allem Kontakte beispielsweise auf Relais. Diese wurden bisher durch Goldkontakte gewährleistet, die über sehr gute Leiterfähigkeiten verfügen. Die Palladium-Nickel-Verbindung ist ähnlich leistungsfähig, kostet im Vergleich zu den Goldkontakten jedoch nur einen Bruchteil.

Auch in der Medizin wird das Edelmetall inzwischen immer häufiger verwendet. Zum einen ist das Metall ein wirksamer Bestandteil von Zahnersatz, aber auch in der Herstellung von medizinischen Geräten hat es durchaus seine Vorteile. Da Palladium allerdings relativ selten und daher sehr wertvoll ist, wird es auch in der Finanzindustrie immer beliebter. Bereits jetzt wird es in Münzen verwendet, deren Wert durch das Hinzufügen von anderen Metallen gemindert wird.

Palladium-Legierungen

Es gibt eine Reihe von Palladium-Legierungen, die unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Insbesondere in Schmucklegierungen wird das Edelmetall immer wieder gern verwendet, da es über hervorragende Eigenschaften verfügt. Auf der einen Seite reduziert es die Anfälligkeit des Schmuckstückes für gewisse Alterserscheinungen wie Anlaufen und Ähnliches. Auf der anderen Seite ist das Edelmetall Palladium jedoch auch ein recht festes Metall, sofern es korrekt verarbeitet wurde. Zudem wird das Element auch in fast 90% der heute gängigen Legierungen für die zahnärztliche Verwendung genutzt. Hierbei wird zwischen den Silber-Palladium-Legierungen und den Gold-Palladium-Legierungen unterschieden. Die hohe Verwendung des Edelmetalls resultiert vornehmlich aus den günstigeren Preisen und den hervorragenden Eigenschaften im Bereich des Zahnersatzes. Fast die Hälfte der zahnärztlichen Legierungen sind daher auch Palladium-Silber-Legierungen. Palladium-Silber-Gold-Legierungen machen immerhin noch einen Anteil von etwa 25% aus und das restliche Viertel fällt auf die noch nicht genannten Palladium-Kupfer-Legierungen.

Geschichte des Edelmetalls Palladium

Palladium wurde als Edelmetall bereits relativ früh im Jahre 1803 entdeckt. William Hyde Wollaston fand das Edelmetall in einem Platinerz aus Südamerika und benannte es einem nur zwei Jahre zuvor entdeckten Asteroiden. Die Entdeckung des Palladiums war dabei fast ein Zufall, versuchte Wollaston eigentlich die Ursache für die geringe Platinausbeute beim Abbau herauszufinden. Er löste daher einige Proben des Platinerzes in Königswasser auf. Dabei wurde nur wenig Platin und deutlich mehr Palladium gefunden.

Nach seiner Entdeckung wurde es allerdings still um das Edelmetall. Erst im Jahre 2010 trat es wieder in die Öffentlichkeit als drei Chemieforscher Palladium als hervorragenden Katalysator vorstellten und hierfür einen Nobelpreis bekamen.

Besonderheiten von Palladium

Das Edelmetall ist in seinen Eigenschaften Silber sehr ähnlich und verfügt dadurch über einige der typischen Besonderheiten des Silbers. Gerade im Hinblick auf seine elektrische und thermische Leitfähigkeit konnte das Metall schnell überzeugen. Silber selbst gilt bereits als hervorragender Leiter, eine Tatsache, die von Palladium sogar noch übertroffen wurde. Heute wird das Edelmetall daher gern für die Herstellung von elektrischen Kontakten verwendet, um so Einsparungen in der Produktion ohne Qualitäts- oder gar Leistungsverlust zu ermöglichen. Zudem ist das Metall auch äußerst widerständig und kann daher für verschiedene, anspruchsvolle Aufgaben verwendet werden. Erst 2010 wurde es beispielsweise für die Herstellung von metallischem Glas genutzt und macht hier mit rund 40% einen entscheidenden Bestandteil aus.