Bei Gold, dessen Name sich vom indogermanischen Wort „ghel“ für gelb/ glänzend ableitete, handelt es sich um ein chemisches Element. Es führt die Ordnungszahl neunundsiebzig, das Elementsymbol Au leitet sich vom lateinischen Aurum ab. Gold wird zu den Übergangsmetallen gerechnet. Im Periodensystem der Elemente findet sich das Edelmetall Gold in der ersten Nebengruppe, der Gruppe elf, die auch den Beinamen Münzmetalle oder Kupfergruppe trägt. Gold und Kupfer zählen zu den wenigen farbigen Metallen.

Die Chemischen und physikalischen Eigenschaften von Gold

Name Gold
Symbol Au
Ordnungszahl 79
Molmasse 196,97 g mol -1
Elektronegativität nach Pauling 2,4
Dichte bei 20ºC 19,3 g cm-3
Schmelzpunkt 1062 °C
Siedepunkt 2808 °C

Gold gehört zu den zweiundzwanzig Reinelementen, das heißt, es existiert nur ein Isotop. In seiner Reinform sehr weiche, lässt es sich gut mit unterschiedlichsten Metallen legieren. Darüber hinaus besitzt das Edelmetall eine hohe Duktilität, was ein Austreiben bis zu wenigen Atomlagen ohne Probleme ermöglicht. Diese Eigenschaft wird unter anderem zur Herstellung von Blattgold genutzt, einer Folie von um die zweitausend Atomlagen. Eine der wichtigsten chemischen Eigenschaften von Gold ist die hohe Säureresistenz. Lediglich eine Mischung aus Salz- und Salpetersäure, das sogenannte Königswasser, kann das Edelmetall angreifen. Zur Lösung sind die Halogene Jod, Chlor und Brom in der Lage, Cyanidlösungen werden beim industriellen Abbau zum Ausspülen genutzt.

Goldvorkommen weltweit und in Europa

Zurzeit sind nicht ganz zwanzigtausend Fundorte des Edelmetalls nachgewiesen. Die Förderleistung liegt bei jährlich insgesamt circa zweitausendsechshundert Tonnen, wobei die Abbauquoten etwas rückläufig sind. Den Löwenanteil der bergmännischen Förderung hält Südafrika, gefolgt von den USA, Australien und Russland, der Goldabbau in Europa gilt als unbedeutend. Die größten europäischen Vorkommen finden sich in Rumänien, Bulgarien und Schweden, Kleinmengen gibt es auch in Deutschland und Österreich. Das Edelmetall Gold wird als Primärrohstoff aus Golderz gewonnen oder in Sekundärvorkommen als gediegenes Metall (Goldklumpen) gesucht. Bei der Gewinnung von anderen Edelmetallen wie Nickel oder Kupfer fallen im Rahmen der Raffination sozusagen als Abfallprodukt große Mengen Gold an. Bei den primären Lagerstätten, dem Berggold, werden verschiedene Typen unterschieden. Der Witwatersrandtyp befindet sich Südafrika, die orogenen (mesothermalen) Lagerstätten in geschlossenen Gebirgseinheiten und die Epithermalen an Grenzbereichen der tektonischen Platten. Hinzukommen der Carlin-Typ, Goldablagerung in karbonatischem Gestein, Iron-Oxide-Copper-Gold in felsischen Magmatiten sowie Porphische Cu-Au-Lagerstätten in jungen Gebirgen und VHMS/SHMS-Lagerstätten in marinen Bereichen. Wasch- und Seifengold gibt es in fast allen Flüssen.

Top10 der größten Goldminen weltweit

Goldmine / Standort Förderleistung in Unzen
Grasberg / Indonesien 1.444.000
Cortez / USA 1.421.000
Yanacocha / Peru 1.293.000
Goldstrike / USA 1.088.000
Veladero / Argentinien 831.000
Vaal River / Südafrika 831.000
West Wits / Südafrika 792.000
Lagunas Norte / Peru 770.000
Kalgoorlie Super Pit / Australien 750.000
Boddington / Australien 741.000

Stand: 2012

Verfahren der Goldgewinnung

Gold wird mechanisch aus dem Gestein herausgelöst. Nuggets oder Goldstaub finden sich in der Natur verhältnismäßig selten, in der Regel bestehen die Goldadern aus kleinsten Partikeln, die im Gestein verteilt sind. Beim Abbau kommen üblicherweise drei Verfahren zur Anwendung, die oftmals auch kombiniert werden, um an das Edelmetall Gold zu gelangen. Rein theoretisch ist Gold auch aus Meerwasser gewinnbar oder synthetisch herstellbar, doch aktuell stehen die dazu notwendigen Verfahren in keinem Preis-Leistungs-Verhältnis. Am einfachsten ist die Goldwäsche. Da Gold eine sehr hohe Dichte besitzt, setzt es sich nach dem Aufschlämmen des Goldsandes mit Wasser am Boden ab. Beim sogenannten Amalgamverfahren wird goldhaltiger Schlamm und/oder Sand mit Quecksilber vermischt. Die entstehend Legierung lässt sich durch Abdampfen (erhitzen) des Quecksilbers leicht wieder trennen, zurück bleibt das Edelmetall Gold als Rohgold. Der industrielle Abbau nutzt überwiegend die Cyanidlaugung. Nach Aufschichtung und Beträufeln mit einer Extraktionslösung staubfeinen metallhaltigen Sandes gelangt Gold chemisch gebunden in das extremst giftige Sickerwasser, wo es ausgewaschen wird. Beim Anodenschlammverfahren extrahiert eine Elektrolyse aus entstandenen Schlämmen einer Raffination anderer Metalle das Edelmetall Gold sowie Silber. Recycling von Abfällen der Schmuck- und Dentalverarbeitung zählt ebenfalls zu den gängigen Verfahren der Goldgewinnung.

Verwendung von Gold

ArmreifenSchon seit Jahrtausenden nutzen die Menschen das Edelmetall Gold nicht nur als Schmuck, sondern auch für rituelle Gegenstände sowie als Symbol für Macht und Reichtum, im sechsten Jahrhundert kam die Funktion als Zahlungsmittel hinzu. Als Lebensmittelzusatzstoff verbirgt sich hinter der E-Nummer 175 ebenfalls Gold. Bei den Währungen und Wertanlagen dient das Edelmetall in Form von Goldmünzen und Barrengold als internationales Zahlungsmittel, Währungsreserve sowie als Investitionsanlage. Der Reinheitsgrad von Gold wird noch heute in Karat bestimmt, vierundzwanzig Karat entsprechen reinem Feingold. Der Stempelaufdruck gibt den Feingoldanteil in Promille an. Die Elektronindustrie weiß die positiven Eigenschaften von Gold zu nutzen, insbesondere die Korrosionsbeständigkeit, die gute Verarbeitbarkeit sowie die Kontakteigenschaften. In der Optik kommt das Edelmetall bei der Lichtreflexion, insbesondere bei der Laseroptik, zum Einsatz. Die Medizin nutzt die positiven Eigenschaften von Gold nicht nur in der Zahnheilkunde, sondern auch bei der Rheumatherapie.

Die unterschiedlichen Gold Legierungen und Preisempfehlungen

Legierung guter Preis schlechter Preis
Gold 333 ca. 10,80 € je Gr. weniger als 9,60 € je Gr.
Gold 375 ca. 12,20 € je Gr. weniger als 10,80 € je Gr.
Gold 416 ca. 13,50 € je Gr. weniger als 12,00 € je Gr.
Gold 585 ca. 19,00 € je Gr. weniger als 16,90 € je Gr.
Gold 750 ca. 24,30 € je Gr. weniger als 21,60 € je Gr.
Gold 900 ca. 29,20 € je Gr. weniger als 26,00 € je Gr.
Gold 916 ca. 29,70 € je Gr. weniger als 26,40 € je Gr.
Gold 999 ca. 35,00 € je Gr. weniger als 32,50 € je Gr.
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Die Schmuckbranche legiert klassisch die drei Edelmetalle Gold, Silber und Kupfer zusammen, unter anderem auch deshalb, weil sie in der Natur meistens gemeinsam auftreten. Je nach Verhältnis des Feingolds zu anderen Metallen errechnen sich die Karatzahl ohne Berücksichtigung der weiteren enthaltenen Edelmetalle. Mit der jeweiligen Zusammensetzung der Metalle ändert sich die Korrosionsfestigkeit sowie die Farbe des Goldes. Eine Besonderheit stellen die Titan-Gold-Legierungen dar, wie sie bei der Trauringherstellung sowie in der Medizintechnik Verwendung finden. Sie enthält 99% Gold und 1% Titan, das für die Stabilität sorgt. Die wenigsten Menschen reagieren auf eine Gold-Titan-Legierung allergisch, sodass sie in der Medizin einen besonders hohen Stellenwert einnimmt.

Geschichtliches zum Edelmetall Gold

goldvorkommenEines der ersten Metalle, das Mensch verarbeitete, war Gold. Gewonnen wird es vermutlich seit der Kupferzeit, die ältesten gefundenen Goldarbeiten sind auf die Zeit um 4500 vor Christus datiert, in Mitteleuropa können Goldarbeiten ab zweitausend vor Christus nachwiesen werden (Goldener Hut von Schifferstadt, Himmelsscheibe von Nebra). Die Römer nutzen die Fundstätten in Spanien, Germanien, Rumänien und Kleinasien, um an das begehrte Metall zu gelange. Doch nicht nur in Europa, sondern auch in Südamerika wurde das Edelmetall bereits früh verarbeitet. Die Gier nach dem glänzenden Gut führte über die Jahrhunderte immer wieder zu Krieg und zur Zerstörung ganzer Kulturen, der Goldrausch 1849 in Kalifornien sowie 1897 in Alaska zu einer Art Massenhysterie. Heute wirkt sich der Goldpreis eher auf soziale Systeme aus, wie beispielsweise im Amazonasraum, wo der Goldabbau zu den schweren ökologischen und sozialen Zerstörungen überproportional beiträgt.

Besonderheit des Edelmetalls Gold

Gold zählt nicht nur zu den Metallen, sondern auch zu den Mineralien. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem, hat einen Härtegrad zwischen zweieinhalb bis drei, sowie eine stattgelbe Farbe, die sich je nach Korngröße erheblich verändern kann. Mit steigender Temperatur wird Gold blasser, geschmolzen wirkt es zitronengelb. Das Edelmetall ist reaktionsträge und verliert seinen Glanz und seine Farbe normalerweise nicht.