Wer auf die Suche nach Gegenständen aus 800er Silber ist, könnte am ehesten in alten Besteckkästen fündig werden. Natürlich auch in neueren, aber Bestecke aus Silber mit dem Stempel 800 sind typisch für die Zeit, in der man in gehobenen Kreisen noch vom Silberlöffel aß. Die Legierung 800/1000 besagt, dass von tausend Teilen 800 reines oder auch „Feinsilber“ sein müssen. Man spricht deshalb vom Feingehalt, der beim 800er Silber 80 Prozent beträgt. Die restlichen 20 Prozent bestehen meist aus Kupfer, aber es können auch andere Legierungsmetalle zum Einsatz kommen.

Gute 800 Silber Ankaufspreise (Richtwerte)

Gegenstand / Gewicht Feinheit Ankaufspreis (+) Ankaufspreis (-)
Besteckset / 1700g 800 Silber 431,90 € unter 393,80 €
Besteckset / 340g 800 Silber 86,40 € unter 78,80 €
Schmuck / 140g 800 Silber 35,60 € unter 32,40 €
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Die Legierungsmetalle geben dem Silber, das in reiner Form sehr weich ist, die nötige Härte für den Alltagsgebrauch. Je höher der Anteil der Legierungsmetalle, desto unempfindlicher ist der Silbergegenstand. Für das 800er Silber hat sich deshalb die Bezeichnung “Gebrauchssilber” eingebürgert. Diese Bezeichnung lässt außerdem anklingen, dass es sich bei 800er Silber nicht um die allerfeinste Legierung handelt. Das zeigt auch ein deutsches Gesetz aus dem Jahre 1884, das den Feingehalt von Gold- und Silberwaren regelte. Wenn ein Gegenstand noch als Silberware gelten sollte, dann musste es mindestens aus 800er Silber bestehen. Mit einer niedrigeren Legierung war die Auszeichnung als Silberware nicht mehr erlaubt. Das ist übrigens heute noch so, denn das “Gesetz über den Feingehalt von Gold- und Silberwaren” ist – mit kleineren Änderungen – nach wie vor gültig.

Ein kleiner Nachteil des 800er Silbers ist, dass es schneller anlaufen und sich verfärben kann. Meistens entstehen dann Flecken, die dunkel sind oder sich durch den Kupferanteil ins Gelblich-Goldene verfärben. Diese Verfärbungen mindern zwar nicht den Wert, aber sie sehen nun mal nicht besonders schön aus. Deshalb ist 800er Silber auch nicht die klassische Legierung für Silberschmuck. Und selbst beim Besteck bedient man sich eines kleinen Tricks und überzieht Messer, Gabel und Löffel aus Silber 800 gelegentlich mit einer dünnen Schicht aus noch feinerem Silber. Dadurch glänzt es äußerlich heller, als es bei 800er Silber üblich ist, und dieser Glanz bleibt länger erhalten. Dem kann man dann noch durch regelmäßige Pflege mit Silbertüchern und anderen Poliermitteln nachhelfen.