Der Goldpreis bezeichnet die Kosten, die für den Erwerb einer nicht bearbeiten Unze Gold aufgewendet werden müssen. Er setzt sich zusammen aus dem aktuellen Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage. Wie der aktuelle Goldpreis im Vergleich mit dem historischen beweist, ist er zudem ein zuverlässiges Krisenbarometer der Weltwirtschaft. Je höher der Goldpreis in Euro ist, desto schlechter ist es um die heimische Wirtschaft bestellt und desto geringer ist auch das Vertrauen der Menschen in die Lösungsfindungskompetenzen der Politik.

Der Goldpreis je Unze: Die formelle Zusammensetzung der Kosten

Der Goldpreis berechnet sich nach dem Gewicht: Offiziell handelt es sich deshalb um einen Goldpreis je Unze. Eine Feinunze hat ein Gewicht von etwa 31,013 Gramm. Je nach Situation werden allerdings auch andere Referenzwerte herangezogen: Im Handwerk und in der Medizin, wo Gold tatsächlich konsumiert wird, ist häufig vom Goldpreis pro Gramm bzw. Goldpreis in Gramm die Rede, um es den Menschen zu ermöglichen, die Kosten, die ihnen bevorstehen, leichter zu errechnen. Zudem ist häufig auch vom Goldpreis in Dollar (oder in Euro) die Rede, doch dazu später mehr.

Goldpreis und GoldpreisentwicklungDie unterschiedlichen Referenzwerte zeigen bereits an, dass sich der Goldpreis aus unterschiedlichen Faktoren zusammensetzt. Dazu gehört der Umstand, dass Gold ein begrenzter Rohstoff ist, der verbraucht wird. Handwerker, Mediziner und die Forschung benötigen das Edelmetall für Ihre Arbeiten. Oft ist von einem reinen Goldpreis die Rede: Dann ist der Wert gemeint, den das Edelmetall kosten würde, wenn es nur um diese Nachfrage ginge. Der aktuelle Goldpreis in Dollar liegt in der Regel jedoch weit darüber, was mit den Spekulationsgeschäften rund um das Edelmetall zusammenhängt. Dadurch, das Gold begrenzt ist und verbraucht wird, ist es niemals wertlos. Es eignet sich deshalb hervorragend als „Fluchtinvestition“ in Krisenzeiten. Wenn Wirtschaft und Finanzmärkte sich im Abschwung befinden, steigt der Preis für Gold. Sinkt er wieder deutlich, kann man von einer wirtschaftlichen Erholung ausgehen. Zu guter Letzt spielt außerdem die Währung eine Rolle: Formell wird der Goldpreis in Dollar gehandelt. In Europa spielt deshalb auch der Wechselkurs zur US-Währung eine Rolle. Der Goldpreis in Euro kann so innerhalb weniger Wochen deutlich ansteigen, obwohl rund um das Edelmetall eigentlich nichts geschehen ist. In diesem Fall hat der Euro einfach in kurzer Zeit gegenüber dem Dollar an Boden verloren. Umgekehrt ist eine solche Entwicklung natürlich genauso denkbar.

Die Größten Goldbörsen Weltweit:

Rang Name Abkürzung Land Eröffnung
1. New York Mercantile Exchange NYMEX USA 31. Dez 1974
2. Tokyo Commodity Exchange TOCOM Japan 23. Mär 1982
3. Chicago Board of Trade CBOT USA 20. Feb 1979
4. Istanbul Gold Exchange IGE Türkei 26. Juli 1995
5. Multi Commodity Exchange of India MCX Indien 10. Nov 2003
6. National Commodity and Derivatives Exchange NCDEX Indien 15. Dez 2003
7. Shanghai Gold Exchange SGE China 30. Okt 2002
8. Turkish Derivatives Exchange TurkDEX Türkei 04. Feb 2005
9. Dubai Gold & Commodities Exchange DGCX VAE 28. Juni 2005

Der historische Verlauf vom Geldpreis

Der aktuelle Goldpreis ist fast auf einem historischen Höchststand im Laufe der Geschichte, in der sich der Preis frei bewegen wurde. Dies ist seit dem Ende der 60er Jahre und dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems der Fall. Der Goldpreis wurde damals von der festen Bindung an den Dollar befreit und durfte floaten. Eine erste Explosion gab es am Ende der 70er und zu Beginn der 80er Jahre, als mit dem russischen Afghanistankrieg und den amerikanischen Problemen mit dem Iran die Welt zwei große Krisen zu meistern hatte. Anschließend beruhigte sich der Goldpreis wieder, schoss rund um die Jahrtausendwende noch einmal in die Höhe, fiel dann wieder ab und klettert seit 2007 fast kontinuierlich nach oben. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung vom Goldpreis sind die Turbulenzen an den Finanzmärkten weltweit, die Eurokrise sowie die nicht gelösten wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den USA, Europa und auch China. Dieses Zusammenspiel trieb den Goldpreis in Euro und in Dollar im Frühjahr 2012 auf seinen historischen Höchstwert.