Wer heute Geld auf der hohen Kante hat, das er nicht sofort braucht, denkt inzwischen immer öfter auch an Gold und Silber. Experten raten dann meistens dazu, etwa fünf bis zehn Prozent davon in Edelmetalle anzulegen. Damit macht man schon mal nichts verkehrt. Für Neulinge im Edelmetallsektor stellen sich aber erst dann die meisten Fragen: Welches Edelmetall soll es sein? In welcher Form? Wie viel sollte man investieren?

Die gängigste Form sind Anlagemünzen aus Gold und Silber, für die auch der Begriff Bullionmünzen existiert (‘Bullion’ ist das englische Wort für ‘Barren’). Anlagemünzen zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Nennwert einer gültigen Währung tragen, also Dollar, Euro, mexikanische Pesos, chinesische Yuan oder andere.

Der Nennwert einer Anlagemünze

Den Nennwert einer Anlagemünze darf man allerdings nicht wörtlich nehmen. Er liegt in der Regel weit unterhalb des Materialwertes und soll hauptsächlich das Kriterium einer Münze im Sinne eines gültigen Währungsmittels erfüllen. Ein kanadischer Maple Leaf aus Silber hat zum Beispiel den Nennwert von 5 kanadischen Dollar. Tatsächlich ist er das Mehrfache wert.

Edelmetallmünzen ohne Nennwert sind strenggenommen keine Münzen, sondern Medaillen und unterliegen einer höheren Mehrwertsteuer. Dagegen sind Anlagemünzen aus Gold in Deutschland bislang steuerfrei. Für eine Bullionmünze aus Silber gilt im Moment noch der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent.

Welche Anlagemünze macht nun am meisten Sinn?

Liberty AnlagemünzeWelche Anlagemünze ist nun die beste? Da gibt es so viele Antworten, wie es Edelmetallexperten gibt, aber eigentlich muss man sich keine Sorgen machen. Alle gängigen Bullionmünzen aus Gold und Silber sind weltweit anerkannt. Die bekanntesten sind der American Eagle, der Kanadische Maple Leaf, der Mexikanische Libertad, der Wiener Philharmoniker und die Britannia. Es gibt daneben noch speziellere Anlagemünzen, aber die fünf genannten bilden so etwas wie den Standard für die Edelmetallanlage.

Das wichtigste Merkmal einer Bullionmünze ist die Gewichtsangabe. Sie ist der eigentliche Vergleichswert bei Edelmetallen und wird in “Feinunze” gemessen. Eine solche Unze entspricht 31,1035 Gramm. Man kann Münzen zu einer Feinunze bekommen, aber auch zu zwei oder zehn. Genauso gibt es die kleinere Stückelung, vor allem bei Bullionmünzen aus Gold. Üblich sind halbe Unzen, Viertelunzen, Zehntelunzen und sogar 20stel-Unzen. Der afrikanische Krügerrand zum Beispiel gibt als Besonderheit nur die Stückelung an und hat keinen Nennwert in der Landeswährung. Der Krügerrand ist gewissermaßen eine eigene Währungseinheit. Ein Viertel Krügerrand enthält also eine Viertelunze Feingold.

Die Feingehalt der bekannten Anlagemünzen!

Womit auch der Feingehalt angesprochen wäre. Denn wer etwa einen American Gold Eagle mit einem Maple Leaf vergleicht, wird feststellen, dass der Eagle ein wenig größer und schwerer ist. Das hängt mit der unterschiedlichen Legierung zusammen. Ein American Eagle besteht zu 91,66 Prozent aus Gold. 5,33 Prozent sind Kupfer, 3 Prozent sind Silber. Die Legierung mit beiden Metallen macht das Gold härter und weniger empfindlich. Ein Maple Leaf dagegen besteht zu 99,99 Prozent aus Gold. Entscheidend ist, dass in jeder Anlagemünze die in Unzen angegebene Menge Gold oder Silber enthalten ist. Jedes weitere Legierungsmetall macht die Münze nur schwerer, aber nicht wirklich wertvoller. Münzen aus reinem Gold oder Silber tragen meist noch die Feinheits-Angabe 999,9. Das heißt, von tausend Teilen sind 999,9 reines Gold oder reines Silber. Ein höherer Reinheitsgrad gilt als technisch nicht möglich.

In welcher Stückelung man nun welche Anlagemünzen kauft, und zu wie vielen Teilen es Gold oder Silber sein sollten, lässt sich nur schwer allgemein empfehlen. Die Faustregel “von allem etwas” ist dabei aber ganz brauchbar. Wichtig ist, dass Gold die wesentlich höhere Wertdichte besitzt. Wer zehntausend Euro in Goldunzen anlegt, hat weniger zu schleppen, als wenn er für 10.000 Euro Silbermünzen kauft. Andererseits hat man bei einer kleineren Stückelung auch in Notfällen die Gelegenheit, mal schnell eine kleinere Menge Gold oder auch nur einige Silbermünzen in “normales” Geld umzuwandeln. Oder anders gesagt: Es ist einfach unpraktisch, mit einem 500-Euroschein loszugehen, wenn ich nur mal schnell zum Bäcker will.

Wo kauft man nun seine Bullionmünzen?

Anlagenmünzen auf einem StapelWo kauft man nun seine Bullionmünzen? In Großstädten gibt es oft noch die Möglichkeit, einen gut sortierten Münzhändler zu finden. Dort ist der Kauf anonym und in bar möglich, allerdings sind kleinere Münzhändler auch etwas teurer. Banken haben nur noch in seltenen Fällen einen Edelmetallschalter, am ehesten noch die regionalen Landesbanken, gelegentlich auch Haupfilialen von Großbanken und größere Sparkassen. Inzwischen hat sich aber auch im Internet ein reger Versandhandel etabliert. Als Neuling sollte man sich dann zunächst an die renommierten Händler halten. Immerhin überweist man oft per Vorkasse und muss dann ein paar Tage auf die Münzen warten. Bekannte sehr seriöse Händler sind beispielsweise:

  • proaurum
  • TG Gold Supermarkt
  • Gold Silber Kontor
  • Robbe & Berking
  • Anlagegold24
  • GoldSilberShop.de

Wer die Münzen dann in Händen hält und zuhause nicht gleich einen Tresor einbauen will, sollte sie einfach erstmal dort lagern wo sie sicher sind, weil sie dort niemand vermutet. Man selbst sollte natürlich immer wissen, wo das Edelmetall ist, und es darf von dort auch nicht mal aus Versehen im Müll landen. Zu einer sicheren Aufbewahrung gehört aber vor allem Schweigen. Wer Gold und Silber kauft, sollte gar nicht groß darüber reden, auch wenn das am Anfang etwas schwerfällt. Natürlich bieten Banken eine Aufbewahrung an, aber das kostet Gebühren und das Edelmetall ist dann auch nicht jederzeit verfügbar.

Anlagemünzen wieder verkaufen!

Wer wieder etwas von seinem Schatz verkaufen will (oder muss), kann das bei den Händlern und Banken tun, bei denen er die Münzen erworben hat. Inzwischen bieten Spezialforen im Internet die Möglichkeit, Münzen in Form von Kleinanzeigen anzubieten. Und freilich kann man es bei Ebay versuchen. Aber in erster Linie sollte man seine Anlagemünzen einfach nur sein eigen nennen, solange es möglich ist. Denn auch wenn der Gold- und der Silberpreis zuletzt in nur wenigen Jahren sehr stark gestiegen sind, sollte man immer auf lange Sicht investieren. Kurzfristig sind immer Schwankungen möglich, vor allem beim Silber.

Wenn Sie ein seriöses Goldankauf Unternehmen suchen sollten Sie einen Blick auf unsere Händlerliste werfen.

Anlagemünzen sind nichts fürs schnelle Geld, sondern für die lange Sicherheit. Der eigentliche Wert von Gold und Silber besteht nicht im aktuellen Tageskurs, sondern im Besitz. Oder um es mit Immanuel Kant zu sagen: “Wer Gold hat, hat immer Geld.”