In Zeiten von Unsicherheit auf den Märkten, suchen Anleger vor allem nach Wegen ihr Geld mit sicheren Investments vor Inflation zu schützen. Eine populäre Methode dafür besteht im Ankauf von Realkapital mit hoher Preisstabilität, wie zum Beispiel Barrengold.

Eine jüngere Option sein Geld in Edelmetalle einzutauschen ist der Ankauf von Platinbarren. Unterschiede zur herkömmlichen Methode Barrengold zu verwenden, liegt darin, dass der Kurs von Platinbarren seit der Finanzkrise wesentlich stärkeren und kurzfristigeren Schwankungen unterliegt. Dies liegt zum einen an der Nachfrage auf den Märkten selbst, zum anderen am Konjunkturkurs von Automobilherstellern, da das Metall zur Herstellung von Fahrzeugkatalysatoren verwendet wird. Außerdem wird Platin bei Schmuck, Laborgeräten und Zahnimplantaten eingesetzt.

Die Geschichte der Platinbarren

„Platina“ ist die Verniedlichungsform des spanischen Begriffs für Silber und wurde schon 3000 v.Chr. in Ägypten für Schmuck verwendet. In Zeiten des Goldrausches in Amerika konnte Platin noch nicht vom Waschgold getrennt werden, eignete sich aber auf Grund seiner chemischen Eigenschaften hervorragend als Metalllegierung für den Goldstaub.
Im 17. Jahrhundert jedoch, erwies sich Platin im Gewicht und Schmelzpunkt als zu ähnlich zum Gold und wurde häufig zur Fälschung des letzteren eingesetzt, bis die spanische Regierung sogar ein Exportverbot verhängte.

Später in den 1970er und 1980er Jahren fand sich für Barren aus Platin in London ein bedeutender Umschlagplatz. Aus dieser Zeit stammt auch der London Platinium and Palladium Market, kurz LPPM, auf dem bis heute zweimal täglich auf telefonischem Wege Transaktionen zum Fixpreis durchgeführt werden.

Heute wird das Edelmetall nur noch sehr selten abgebaut. In Südafrika befindet sich das letze Platinbergwerk, als Nebenprodukt fällt es unter anderem in Kanada und Russland an. Diese Knappheit erweist sich aber als preissteigernd auf dem Platinkurs, zeitweise betrug er sogar das 2,3-fache des Goldpreises. Dieser Erfolg war jedoch nicht von langer Dauer und erholt sich nach Zusammenbruch sämtlicher Anlagekurse nach der Finanzkrise von 2007 erst langsam. Seither kann der Platinkurs als “volatil” bezeichnet werden, womit gemeint ist, dass schon kurzfristig starke Schwankungen auftreten können.

Anlageform Platinbarren

Möchte man Platinbarren als Anlageform benutzen, so steht die Möglichkeit des physischen Kaufs, des Erwerbs von Platinbarren oder Anlagemünzen bei Banken, Edelmetall- und Münzhändlern zur Auswahl. Zusätzliche Kosten, die der Anleger zu tragen hat, sind Versicherung, Mietkosten für den Aufbewahrungsplatz der Platinbarren sowie die Umsatzsteuer.

Platinbarren sind in gestanzter Form erhältlich in Grammeinheiten von 10gr bis 1000gr. Die beliebteste Form bei Kleinanlegern beträgt eine Unze, das heißt 31,1034768 Gramm, Großanleger kaufen häufig 500gr oder 1000gr Barren. Dabei sollte man außerdem darauf Wert legen bei seriösen Händlern zu kaufen, Beispiele hierfür sind Credit Suisse, Umicore, oder Edelmetallunternehmen wie Heraeus.

Platin reiht sich somit in die Gruppe der Edelmetalle ein, die für Anleger von Interesse sein können, wobei sich insbesondere für Platin eine chancenreiche Zukunft abzeichnet, da die Nachfrage nach dem Rohstoff zunimmt, während der Abbau sich verknappt. Langfristig könnte sich eine Investition also lohnen.